Knecht Ruprecht

Am 6. Dezember ist es soweit, der Nikolaus kommt in unser Haus und mit ihm, jedenfalls im nördlichen und mittleren deutschen Sprachraum auch der Knecht Ruprecht.
Knecht Ruprecht ist der Gehilfe des Heiligen Nikolaus. Er ist in der Regel in eine braune oder schwarze Kutte gekleidet, trägt am Gürtel eine Rute und trägt Geschenke in einem Korb oder Sack auf seinem Rücken – meist kleine Säcklein, gefüllt mit Mandarinen, Erdnüssen, Schokolade und Lebkuchen.

Häufig werden die Begriffe „Knecht Ruprecht“ und „Krampus“ als Synonyme verwendet. Jedoch entstammen die Figuren verschiedenen Traditionen. Knecht Ruprecht verteilt meistens nur die Ruten für unartige Kinder, während der Krampus damit u.U. auch selbst zuschlägt.

Über den gesamten deutschen Sprachraum gesehen ist die Gestalt des Knecht Ruprecht weiter verbreitet als die des Krampus. In verschiedenen Gegenden gibt es auch Figuren mit teilweise ähnlicher Funktion aber anderer Herkunft und Tradition: Vom Schimmelreiter im früheren Ostpreußischen, Bullerklas im Norddeutschen über Beelzebub, Pelzebock oder Hans Muff im Rheinland, Hans Trapp im Elsass, Schmutzli in der Deutschschweiz bis zum Klaus im Allgäu (Hieraus leitet sich das Klausentreiben ab). In Luxemburg wird er Housecker genannt!

Im alpenländischen Gebiet von Altbayern, Österreich und Südtirol entwickelte sich die Figur des „Krampus“, Bartls, oder auch „Klaubauf“ aus den heidnischen Figuren der „Perchten“ deren Name sich wiederum aus dem griechische Begriff der Epiphanie herleitet, und möglicherweise als Vertreiber der Dunkelheit und somit als Lichtbringer galten.
(Quelle: de.wikipedia.org)

Knecht Ruprecht

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
Theodor Storm (1817-1888)

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